Seit Anfang Mai ist die Rettungsaktion für den Furtnerbräu öffentlich. Was damals mit einer großen Idee, vielen Gesprächen und einer gehörigen Portion Hoffnung begonnen hat, ist inzwischen zu einem breiten Freisinger Bürgerprojekt geworden. Jetzt ist Halbzeit: Bis Ende September muss entschieden werden, ob der nächste große Schritt möglich ist – der Gang zum Notar, um das Erbbaurecht und damit die langfristige Sicherung des Furtnerbräu auf den Weg zu bringen.
Der aktuelle Zwischenstand zeigt, wie viel in kurzer Zeit bereits entstanden ist: 898 Menschen sind Mitglied der Genossenschaft geworden, 1.384 Geschäftsanteile wurden gezeichnet. Damit sind 63 Prozent des Ziels von 2.200 Anteilen erreicht. Zusätzlich unterstützen bereits 784 Menschen das Projekt über ein laufendes Unterstützer-Abo – das entspricht 26 Prozent des Ziels von 3.000 Abos.
Das ist ein starkes Zeichen. Aber es ist auch klar: Für den entscheidenden Schritt reicht Begeisterung allein nicht aus. Damit der Furtner wirklich langfristig gesichert werden kann, braucht es in den kommenden Wochen noch einmal viele Menschen, Familien, Firmen und Unterstützerinnen und Unterstützer, die mitmachen.
Es geht um mehr als ein Gebäude
Der Furtnerbräu ist ein denkmalgeschütztes Wirtshaus-Ensemble in der Oberen Hauptstraße – und für viele Freisingerinnen und Freisinger weit mehr als nur ein altes Haus. Er ist Kneipe, Treffpunkt, Kulturort, Erinnerungsraum und ein Stück gelebter Stadtgeschichte. Hier kommen Menschen zusammen: Alteingesessene und Zugezogene, Studierende und Stammgäste, Junge und Alte, Nachbarschaft und Kultur.
Gerade solche Orte machen eine Stadt lebendig. Sie lassen sich nicht einfach neu bauen, wenn sie einmal verschwunden sind. Ein historisches Wirtshaus mit dieser Atmosphäre, dieser Lage und dieser Bedeutung entsteht nicht durch einen Businessplan – es wächst über Jahrzehnte. Deshalb geht es bei der Rettung des Furtner nicht um Nostalgie, sondern um Verantwortung: für das Haus, für die Innenstadt und für das soziale Leben in Freising.
Warum jetzt entschieden werden muss
Die geplante Sicherung des Furtnerbräu soll über ein Erbbaurecht erfolgen. Damit könnte die Genossenschaft das Haus langfristig sichern, sanieren und erhalten. Der laufende Betrieb soll als bezahlbare, offene Kneipe weiter möglich bleiben; zugleich sollen schrittweise weitere Nutzungen entstehen – etwa Kulturflächen in den Obergeschossen und Führungen durch die ehemalige Brauerei.
Damit dieses Modell realistisch wird, braucht es jedoch eine tragfähige finanzielle Grundlage. Die Genossenschaftsanteile bilden dabei das Fundament. Sie zeigen, dass viele Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Die Unterstützer-Abos sollen zusätzlich helfen, laufende Einnahmen aufzubauen und den Erhalt dauerhaft abzusichern.
Bis Ende September muss klar sein, ob die Unterstützung groß genug ist, um den nächsten Schritt wirklich zu gehen. Dann stellt sich die entscheidende Frage: Reicht die gemeinsame Kraft, um zum Notar zu gehen und das Projekt verbindlich auf den Weg zu bringen?
Viele Schultern, ein Ziel
Das Besondere an der Rettungsaktion ist, dass sie nicht auf einen einzelnen Investor setzt. Der Furtner soll nicht einigen wenigen gehören, sondern von vielen getragen werden. Die Genossenschaft steht genau für diesen Gedanken: Viele Menschen legen zusammen, übernehmen Verantwortung und entscheiden demokratisch mit.
Neben Privatpersonen sind ausdrücklich auch Freisinger Firmen eingeladen, sich zu beteiligen. Denn ein lebendiges Stadtzentrum ist auch für Unternehmen wichtig – für Mitarbeitende, Kundschaft und die Attraktivität der ganzen Stadt. Wer in Freising arbeitet, wirtschaftet und lebt, profitiert davon, wenn es Orte gibt, an denen Begegnung, Kultur und Alltag selbstverständlich zusammenfinden.
Neu ist außerdem die Möglichkeit, dass Mitglieder der Genossenschaft zusätzlich Nachrangdarlehen gewähren können. Der Mindestbetrag liegt bei 10.000 Euro, die Laufzeit ist frei wählbar, der Zinssatz beträgt 3 Prozent. Auch dieser Baustein soll helfen, die Finanzierung breiter aufzustellen.
Jetzt ist der Moment zum Mitmachen
Die Zahlen zur Halbzeit machen Mut. Fast 900 Mitglieder in wenigen Monaten zeigen, dass vielen Menschen der Furtner wichtig ist. Gleichzeitig zeigen sie auch, dass die nächste Etappe kein Selbstläufer wird. Bis Ende September braucht es noch einmal einen kräftigen Schub.
Wer den Furtner als offene, bezahlbare Kneipe und Kulturort erhalten möchte, kann jetzt konkret helfen: Mitglied der Genossenschaft werden, Anteile zeichnen, ein Unterstützer-Abo abschließen oder als Firma mitmachen.
Am Ende geht es um eine einfache Frage: Wollen wir, dass solche Orte in Freising auch in Zukunft existieren? Wenn ja, dann ist jetzt der Moment, gemeinsam zu handeln.

